[einführung]

Strategische Vorentscheidungen

Da die Wirtschaftlichkeit eines Nahwärmenetzes mit der Anzahl der angeschlossenen Gebäude pro Fläche steigt, wird ein möglichst 100-prozentiger Anschlußgrad angestrebt; bei Nahwärmenetzen in Neubaugebieten wird daher u.U. ein Anschlußzwang erwogen.
Diese Maßnahme hat Befürworter ("volkswirtschaftlich erstrebenswert") und Gegner ("unnötige, abschreckende Zwangsmaßnahme").
Unter Abwägung von Vor- und Nachteilen muss eine umsetzbare Entscheidung getroffen werden, die die lokalen Möglichkeiten berücksichtigt und Handlungsspielräume nutzt.
Eine marktstrategische Entscheidung ist die Umlage der Investitionskosten auf Anschluß-, Bereitstellungs- und Verbrauchskosten. Zusätzlich zu den Hausanschlußkosten (Hausanschlußleitung) können die Kosten der Netzerstellung nach § 9 AVBFernwärmeV als Baukostenzuschuß von bis zu 70% auf den Anschlußnehmer umgelegt werden. Dies kann beim Kunden zu Investitionskosten führen, die denen eines dezentralen Einzelofens entsprechen. Alternativ kann ein Teil der Kosten als monatliche Anschluß- bzw. Bereitstellungsgebühr oder auch teilweise als Betriebskosten erhoben werden, um so den Kunden ein attraktives Angebot zu unterbreiten und einen möglichst hohen Anschlußgrad zu erreichen.
Die Wahl des Betreibers und die Finanzierung beeinflußt die Umsetzbarkeit des projektierten Verfahrens entscheidend (Betreiber-/Finanzierungsmodelle).