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News des Monats Oktober 2006

  1. Kohlendioxid-Emissionen steigen weiter
  2. Viele Heizgeräte überschreiten Grenzwerte
  3. Investitionen für Kraftwerke
  4. Stadtwerke Hannover suchen mit Farbstoff Leckagen im Fernwärmenetz
  5. Siemens errichtet BHKW für Biokraftstoffe
  6. Innovative Biomasse-Nutzung in BHKW
  7. Wolgast setzt auf regenerative Wärme
  8. Novellierung des KWK-Gesetzes hilft nur vorübergehend!
  9. Gilt das Gebot der Gleichbehandlung im Fernwärmerecht?
10. Biogasanlage in Steinfurt zur effizienten Wärme- und Stromversorgung
11. Auslegung und Regelung moderner Heizungssysteme
12. Wie genau messen Wärmezähler wirklich?
13. Veranstaltungstipps Oktober 2006


1. Kohlendioxid-Emissionen steigen weiter

Die CO2-Emissionen sind im Jahr 2005 gegenüber dem Vorjahr weltweit um rd. 2,5 % gestiegen, gegenüber dem Jahr 1990 betrug der Anstieg sogar nahezu 27 %. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin. In Deutschland sind die Kohlendioxidemissionen gegenüber dem Vorjahr um 2,3 % und gegenüber dem Basisjahr 1990 um 19 % gesunken. Damit fehlen Deutschland zur Erreichung des Kioto-Zieles (-21 %) noch gut 2 %-Punkte, das entspricht rd. 22 Mio. t CO2-Äquivalenten. Finnland, Frankreich, Großbritannien und Schweden haben ihr Ziel bereits erfüllt. In den meisten Mitgliedsländern der EU-15 haben die CO2-Emissionen dagegen seit dem Jahr 1990 stark zugenommen, etwa in Spanien (62 %), Portugal (50 %), Irland (45 %), Österreich und Griechenland (jeweils 30 %), Niederlande (16 %) und Italien (13 %). In diesen Ländern müsste es zu einer drastischen Trendumkehr kommen, wenn das Emissionsziel erreicht werden sollte, so das DIW.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


2. Viele Heizgeräte überschreiten Grenzwerte

Immer noch sind in Deutschland zu viele alte Öl- und Gasheizungen in Betrieb. Entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen vor dem 31. Dezember 1978 installierte Heizungen bis Ende 2006 erneuert werden. Betroffen sind Mehrfamilienhäuser und bei einem Verkauf auch Ein- und Zweifamilienhäuser. Diese Altersgrenze haben laut der Statistik des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks rd. 654 000 Öl- und 259 000 Gasheizungen überschritten. Doch auch viele Heizungsanlagen, die nach dem 31. Dezember 1978 installiert wurden, müssen dringend saniert oder komplett ausgetauscht werden. Insgesamt 8,4 % aller Ölheizungen (rd. 541 400) überschritten den erlaubten Grenzwert für den Abgasverlust. Bei 142 000 Ölheizungen wurde ein zu hoher Rußausstoß gemessen. Zusätzlich weisen 5,7 % aller Gasheizungen (rd. 479 300) zu hohe Abgasverluste auf.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


3. Investitionen für Kraftwerke

Bis zum Jahr 2020 wird in Deutschland fast die Hälfte der Stromerzeugungskapazitäten wegfallen. Die entstehende Lücke von 60 GW müssen neu zu errichtende Kraftwerke schließen. Wenn Deutschland am Atomausstieg festhält, sind dafür Investitionen von mindestens 86 Mrd. Euro nötig. Falls der Atomausstieg rückgängig gemacht und die Energiepolitik weiter europäisiert wird, beträgt die Investitionssumme 68 Mrd. Euro. Eine konsequent am Klimaschutz ausgerichtete Investitionspolitik würde bis zum Jahr 2020 Investitionen in Höhe von 100 Mrd. Euro erfordern. Das sind Ergebnisse einer Studie der Ernst & Young AG, Stuttgart, in der verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen untersucht werden.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


4. Stadtwerke Hannover suchen mit Farbstoff Leckagen im Fernwärmenetz

Die jährlichen Verluste an aufbereitetem Fernwärmewasser betragen im rd. 300 km langen Fernwärmenetz der Stadtwerke Hannover AG rd. 20 000 m3. Die Stadtwerke Hannover gehen jetzt einen außergewöhnlichen Weg der Leckerkennung und setzen dabei auf die Unterstützung der Bürger. Durch Zugabe eines zugelassenen Farbstoffs in das Fernwärmewasser sollen die Leckagen sichtbar gemacht werden. Ausgetretenes Fernwärmewasser zeigt sich durch eine gelbgrüne Färbung.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


5. Siemens errichtet BHKW für Biokraftstoffe

Der Bereich Industrial Solutions and Services (I&S) der Siemens AG, Erlangen, hat von der Raiffeisen-Leasing Wärmeversorgungsanlagenbetriebs GmbH, Wien/Österreich, den Auftrag zur Errichtung von 2 Blockheizkraftwerken (BHKW) in Dornbirn/Österreich erhalten. Endkunde ist die Wirkungsgrad Energieservice GmbH, Bregenz/Österreich. Die mit Biokraftstoffen betriebenen BHKW werden 2 Gewerbegebiete in der Stadt Dornbirn mit Strom und Wärme versorgen. Das Projekt hat ein Volumen von insgesamt 4 Mio. Euro. Die Kraftwerke sollen im Herbst 2006 in Betrieb genommen werden.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


6. Innovative Biomasse-Nutzung in BHKW

BHKW-Consult veranstaltet vom 7. bis 8. November 2006 in Berlin die Jahreskonferenz »Innovative Biomasse-Nutzung in Blockheizkraftwerken«. Diese Konferenz widmet sich innovativen Technologien zur Nutzung biogener Stoffe in Blockheizkraftwerken sowie den aktuellen Rahmenbedingungen. Dabei werden sowohl biogene Gase wie Biogas, Holzgas sowie Deponie- und Klärgas behandelt als auch die Pflanzenölnutzung in Blockheizkraftwerken.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


7. Wolgast setzt auf regenerative Wärme

Die Stadt Wolgast will künftig 50 % der benötigten Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen beziehen. Dazu investiert die IEW Innovative Energien Wolgast GmbH – eine gemeinsame Gesellschaft der Stadt Wolgast und der Danpower GmbH, Potsdam, – rd. 8,5 Mio. Euro in den Bau einer Biogasanlage. Bereits Anfang Dezember 2006 soll die Inbetriebnahme des BHKW erfolgen. Ab Mitte März 2007 wird mit dem Volllastbetrieb der Anlage gerechnet, in der jährlich rd. 9 GWh Strom und rd. 8 GWh Wärme erzeugt werden sollen. Die erzeugte Wärme wird in das Fernwärmenetz der Stadt Wolgast eingespeist. Zudem sind 2 weitere Linien geplant. Die Bauarbeiten hierfür werden im April 2007 beginnen. Nach Fertigstellung aller 4 Linien werden rd. 50 % der Wärmeversorgung Wolgast durch die Biogasanlage erzeugt.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


8. Novellierung des KWK-Gesetzes hilft nur vorübergehend!

Für Wolfgang Wille steht fest: Um optimale Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung zu erhalten, müssen alle Verzerrungen abgeschafft werden, die der Effizienz in der Energieerzeugung entgegenstehen, betonte der Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig in einem Interview mit der EuroHeat&Power. »Das größte Hindernis für einen Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und Nah-/Fernwärme in Deutschland ist, dass Energieeffizienz in der Branche immer noch keine wesentliche Rolle spielt«. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der lange erwartete Bericht zur Überprüfung des KWK-Gesetzes. Zwar seien mit dem KWK-Gesetz wichtige Impulse für den Erhalt, die Modernisierung und in begrenztem Maße auch für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt worden, es sei jedoch davon auszugehen, dass die Zielvorgaben für das Jahr 2010 nicht erreicht würden. Hauptgrund dafür: Der marktgetriebene Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung bleibe deutlich hinter den Erwartungen des Jahres 2001 zurück.
Vor diesem Hintergrund ist es zwar positiv, dass BMWi und BMU als Fazit einen Vorschlag für die Novellierung des KWK-Gesetzes ankündigen. Es geht also nicht mehr darum ob, sondern wie das Gesetz modernisiert wird. »Ein erster Teilerfolg«, kommentiert AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch deshalb auch diese Ankündigung in einem Interview mit der EuroHeat&Power – und das gemeinsame Positionspapier von AGFW, BKWK, verdi und VKU setzt dafür die richtigen Eckpunkte.
Die entsprechenden Rahmenbedingungen für einen marktgetriebenen Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung wird aber auch ein novelliertes KWK-Gesetz langfristig nicht liefern können. So weisen die Verbände in dem Eckpunktepapier zu Recht darauf hin, dass Politik und Verbände die Hemmnisse aufdecken und beseitigen müssen, um langfristig auf eine separate Förderung der KWK verzichten zu können. Nur so kann die KWK und die Nah-/Fernwärme auch langfristig einen wesentlichen Beitrag zur sicheren, effizienten und wirtschaftlichen Energieversorgung leisten.
Die Ergebnisse des Monitoringberichts zum KWK-Gesetz, das Eckpunkte-Papier der Verbände sowie die Interviews mit Wolfgang Wille und Werner Lutsch sind in der Ausgabe 10/2006 der Fachzeitschrift EuroHeat&Power erschienen.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


9. Gilt das Gebot der Gleichbehandlung im Fernwärmerecht?

Fernwärmeversorgungsunternehmen (FVU) beliefern ihre Kunden mit Fernwärme auf privatrechtlicher Grundlage. Das Privatrecht wird nicht von öffentlich-rechtlichen Normen beeinflusst. Wenn aber die öffentliche Hand privatrechtliche Leistungen anbietet, so stellt sich die Frage, ob sie nicht doch öffentlich-rechtlichen Vorschriften – insbesondere dem Gleichbehandlungsgrundsatz – verpflichtet ist. Dies wurde in den 70er und 80er Jahren für die Energie- und Wasserversorgung – nicht aber ausdrücklich für die Fernwärmeversorgung – von der Rechtsprechung erörtert. Danach beruhigte sich die Diskussion um diese Frage bis sich in den letzten Jahren immer wieder Kunden auf den Gleichbehandlungsgrundsatz beriefen. Sie begehrten günstigere Vertragsbedingungen, z.B. Preisänderungsklauseln, die anderen Kunden eingeräumt worden sind.
In einem Fachbeitrag in der Fachzeitschrift EuroHeat&Power 10/2006 stellt Norman Fricke, Rechtsreferendar bei der Arbeitsgemeinschaft für Wärme und Heizkraftwirtschaft – AGFW – e.V., Frankurt (Main), die aktuelle Diskussion anhand von Gerichtsurteilen dar.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


10. Biogasanlage in Steinfurt zur effizienten Wärme- und Stromversorgung

Im Rahmen der Agenda-21-Aktivitäten hat der Kreis Steinfurt eine Biogasanlage realisiert. Betrieben wird die Anlage von der Bioenergie Steinfurt, an der 46 Landwirte als Rohstofflieferanten und 23 reine Kapitalgeber beteiligt sind. Zur effizienten Nutzung des Biogases zur Wärme- und Stromerzeugung wird das Biogas über eine 3,6 km lange Gasleitung zu einem BHKW in Steinfurt transportiert. Dieses ist in das Nahwärmenetz der Stadt Steinfurt eingebunden. Stephan Waerdt, Geschäftsführer der Pro2 Anlagentechnik GmbH, Willich, stellt in einem Fachbeitrag in der Ausgabe EuroHeat&Power 10/2006 das Konzept dieser Anlage vor.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


11. Auslegung und Regelung moderner Heizungssysteme

Zukünftig ist ein vermehrter Einsatz dezentraler Kraft-Wärme-Kopplungssysteme zur verbrauchernahen Energiebereitstellung zu erwarten. Solche Systeme ermöglichen eine simultane Versorgung mit elektrischer und thermischer Energie. Die elektrische Anbindung bereitet bei den meist üppig dimensionierten elektrischen Niederspannungsnetzen wenige Schwierigkeiten. Die thermische Anbindung ist aufgrund fehlender Wärmeverteilungsnetze herausfordernder. Um die wärmetechnische Einbindung dezentraler Energieversorgungsanlagen (DEA) eingehend zu untersuchen, ist am Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Universität Dortmund ein Programm zur Nachbildung von Wärmekreisen entwickelt worden.
Roland Becker und Prof. Edmund Handschin vom Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft der Universität Dortmund stellen in einem Fachbeitrag in der EuroHeat&Power 10/2006 spezielle Eigenschaften und Ergebnisse von entsprechenden Simulationsrechnungen vor.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


12. Wie genau messen Wärmezähler wirklich?

Die Messung der Wärmeenergie hat eine große Bedeutung für Fernwärmeversorgungsunternehmen. Sie bildet die Grundlage für die Wärmeabrechnung und bestimmt wesentlich den Umsatz und damit den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Dabei ist festzustellen, dass bezüglich der Genauigkeit dieser Messgeräte keine Klarheit besteht. Diese Genauigkeit hängt einerseits von der Kalibriergenauigkeit der Wärmezähler ab, andererseits auch von den Parametern im Heizungsnetz, die im Vergleich zu denen in einer Prüfstelle unterschiedlich sein können. Wie genau messen Wärmezähler? Diese Frage scheint trivial zu sein, ist sie aber nicht. So sind zwar für Wärmezähler nach der Europäischen Messgeräterichtlinie Fehlergrenzen definiert, die im Einzelfall bis zu ±10 % betragen können, doch stellt sich die Frage, ob diese Fehlergrenzen tatsächlich typisch für die Messgenauigkeit von Wärmezählern sind. Daraus ergibt sich die Frage nach der Bewertungsgröße eines Messergebnisses: soll der Momentanwert der Messfehler in einem bestimmten Betriebszustand verwendet werden oder ein über einen längeren Zeitraum gemittelter Wert?
Prof. Franz Adunka, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien/Österreich, Alfons Witt, Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf (arcs), Seibersdorf/Österreich, und Thomas Lederer, Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Berlin, diskutieren in einem Fachbeitrag in der EuroHeat&Power 10/2006 diese Fragen sowie Einflüsse auf die Messgenauigkeit von Wärmezählern, die bisher meist vernachlässigt wurden.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


13. Veranstaltungstipps Oktober 2006

RegioSolar-Konferenz 2006
Veranstalter: Bundesverband Solarwirtschaft
03.-04.11.2006
Hannover
www.regiosolar.de

MegaWatt 2006
Veranstalter: WiN Emscher-Lippe GmbH, Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, Energieagentur NRW
11.-12.11.2006
Wissenschaftspark Gelsenkirchen
www.mega-watt.de

HTI-Regionalforen Regenerative Energien Süddeutschland
Veranstalter: HTI Fachgroßhandel für Bau- und Industriebedarf
16.11.2006
Ulm
www.hti-handel.de

EuroTier – BioEnergy Europe
Veranstalter: Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.
14.-17.11.2006
Messe Hannover
www.eurotier.de


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von www.nahwaerme-forum.de

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