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News des Monats

1. HotModule in Kläranlage in Betrieb: »Modellhafter High-Tech-Standort für
    energieautarke Kläranlage«

2. Erste Bohrung für Geothermiekraftwerk in Landau erreicht Endtiefe
3. CO2-Jahresbericht gemäß EU-Leitlinien für ein Heizkraftwerk
4. Innovative Kälteversorgung mit Kältespeicher
5. Wann ist die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz sinnvoll?
6. FVS fordert verbindliche Zielvorgaben und Erneuerbare-Wärmeenergie-Gesetz
7. Veranstaltungstipps Dezember 2005


1. HotModule in Kläranlage in Betrieb: »Modellhafter High-Tech-Standort für
    energieautarke Kläranlage«


Im Oktober 2005 wurde im kommunalen Klärwerk in Ahlen das europaweit erste HotModule in Betrieb genommen, das mit Klärgas betrieben wird. Die RWE Fuel Cells GmbH hatte im Auftrag der Stadt Ahlen die Brennstoffzellen-Gesamtanlage geliefert und das 3,5 Mio. Euro teure Projekt technisch betreut. »Wir haben in Ahlen europaweit erstmalig ein MCFC-Projekt mit Klärgasbetrieb realisiert und können hier beweisen, wie flexibel das HotModule beim Brennstoff-Einsatz ist. Die Erfahrungen, die wir im Rahmen dieses Projekts bei Planung, Betrieb und Engineering machen, sind für die weitere technische Entwicklung des HotModule sehr wichtig«, erklärte Dr. Michael Fübi, Sprecher der Geschäftsführung der RWE Fuel Cells GmbH. Nicht zuletzt deswegen beteiligte sich RWE Fuel Cells mit insgesamt über 800 000 Euro an dem Projekt. Weiterhin beteiligt sind das Land NRW mit einem Zuschuss von 1,2 Mio. Euro und der HotModule-Hersteller MTU CFC Solutions, Friedrichshaven, mit über 800 000 Euro. Die Kosten für das Abwasserwerk betragen rd. 950 000 Euro (inkl. der Gebäudekosten). Im Mai 2005 wurde die Hochtemperatur-Brennstoffzelle zunächst mit Erdgas in Betrieb genommen. Nach erfolgreichem Probebetrieb mit Erd- und Klärgas erfolgte im Juli 2005 die Abnahme der Anlage. Der erzeugte Strom dient der Versorgung des Klärwerks oder wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die 650 °C heißen Abgase der MCFC werden über einen Wärmeübertrager verwertet, um das Wasser für die biologischen Abbauprozesse aufzuheizen. Die restliche Wärme dient dem Beheizen der Büro- und Betriebsgebäude. Das HotModule ersetzt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) aus den 80er Jahren. »Das BHKW war nach 20 Jahren veraltet und in seinem Wirkungsgrad nicht mehr zeitgerecht. Vor diesem Hintergrund suchten wir nach neuen, innovativen Wegen der Klärgas-Verwertung. Als optimale Lösung bot sich der Betrieb einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle an«, betonte Benedikt Ruhmöller, Bürgermeister der Stadt Ahlen. So sei die Kläranlage inzwischen ein modellhafter High-Tech-Standort. Doch die Stadt Ahlen will diese Entwicklung weiter forcieren und plant künftig auch die Abwasserwärme zu nutzen. »Das wird ein weiterer großer Schritt hin zur energieautarken Kläranlage. Eine Entwicklung, die energiepolitisch unbedingt sinnvoll und auch förderwürdig ist«, stellte B. Ruhmöller fest.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


2. Erste Bohrung für Geothermiekraftwerk in Landau erreicht Endtiefe

Nach 63 Tagen war am 7. Oktober 2005 in 3 000 m Tiefe das Endziel der ersten Bohrung für das Geothermiekraftwerk in Landau erreicht. »Der erste Meilenstein für das Geothermiekraftwerk Landau ist im Zeitplan geschafft«, so Peter Hauffe und Dr. Heiner Menzel, Geschäftsführer der geo x GmbH, Landau, einem Unternehmen der Pfalzwerke AG, Ludwigshafen, und der EnergieSüdwest AG, Landau. In den nächsten Wochen werden die Tests und Messungen vorbereitet. »In dieser Zeit kann das Gestein, das durch die Bohrarbeiten abgekühlt worden ist, langsam wieder seine Normaltemperatur annehmen«, so die Geschäftsführer. Die Tests sollen Aufschluss darüber geben, ob eine ausreichende Wassermenge mit einer Temperatur von rd. 150 °C gefördert werden kann. Fallen die Untersuchungen positiv aus, wird der Bohrturm 6 m versetzt und die ebenfalls 3 000 m tiefe zweite Bohrung kann beginnen. Voraussichtlich im Jahr 2007 soll das Geothermiekraftwerk seinen Betrieb aufnehmen und eine elektrische Leistung von 2 bis 2,5 MW erbringen. Die Abwärme wird zur Nahwärmeversorgung der angrenzenden Wohnbebauung mit einem Bedarf von 3 MW genutzt.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


3. CO2-Jahresbericht gemäß EU-Leitlinien für ein Heizkraftwerk

Das erste Jahr des Emissionszertifikatehandels neigt sich dem Ende. Jetzt geht es darum, in einer entsprechenden CO2-Jahresbilanz die getätigten Emissionen der zuständigen Behörde darzulegen. Vielen Betreibern ist jedoch noch nicht klar, wie ein solcher Jahresbericht strukturiert sein muss und welche Detailinformationen darin notwendig sind. Michael Kroehnert rät den Betreibern in einem Interview mit der EuroHeat&Power, bereits jetzt einen ersten vollständigen Zwischenbericht in Papierform zu erstellen und sich frühzeitig mit einem Verifizierer abzustimmen. Dabei sollten sich die Betreiber an den Vorgaben der entsprechenden EU-Richtlinien orientieren. Wie ein richtlinienkonformer CO2-Jahresbericht aussehen könnte, stellen Michael Kroehnert und Roberto Greening in einem Fachbeitrag am Beispiel eines konkreten Heizkraftwerkes anhand eines Muster-Jahresberichts dar. Der ausführliche Fachbeitrag erscheint in der EuroHeat&Power 11/2005.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


4. Innovative Kälteversorgung mit Kältespeicher

Der wachsende Bedarf an der Klimatisierung von Gebäuden erfordert innovative Kälteversorgungskonzepte. Ein solches soll demnächst im Fernkältenetz der Stadtwerke Chemnitz mit der Errichtung eines Kurzzeit-Kaltwasserspeichers mit 3 500 m3 Inhalt realisiert werden. Simulationen haben gezeigt, dass durch den Einsatz des Speichers zur Spitzenlastabdeckung zum einen der Betrieb von Kompressionskältemaschinen nicht mehr notwendig ist und zum anderen die Effizienz der bestehenden Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung wesentlich verbessert werden kann. Einen ausführlichen Fachbeitrag über das entsprechende Forschungsprojekt stellen Thorsten Urbaneck, Ulrich Schirmer und Bernd Platzer von der Technischen Universität Chemnitz sowie Ulf Uhlig, Thomas Göschel und Dieter Zimmermann von den Stadtwerken Chemnitz in der Ausgabe 11/2005 der Fachzeitschrift EuroHeat&Power dar.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


5. Wann ist die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz sinnvoll?

Seit Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 hat die Erzeugung und Nutzung von Biogas erheblich zugenommen. Bei vielen Biogasanlagen kann jedoch die in Kraft-Wärme-Kopplung anfallende Wärme aufgrund fehlender Nachfrage am Ort der Biogasgewinnung oft kaum genutzt werden. Die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz und die Verwertung an Orten hoher Wärmenachfrage kann daher eine vielversprechende Alternative sein. Unter welchen Voraussetzungen dies sinnvoll ist, zeigt die durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Gülzow, geförderte Studie »Evaluierung der Möglichkeiten zur Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz«. Die Studie wurde vom Institut für Energetik und Umwelt gGmbH, Leipzig, in Kooperation mit dem Rechtsanwalt Prof. Dr. Stefan Klinski, dem Fraunhofer Institut Umsicht, Oberhausen, und dem Gas-Wärme-Institut e.V., Essen, erstellt. In einem Fachbeitrag in der EuroHeat&Power 11/2005 werden die Ergebnisse dieser Studie zusammengefasst und bewertet. Frank Hofmann, Andre Plättner und Frank Scholwin vom Institut für Energetik und Umwelt, Leipzig, stellen dabei die Möglichkeiten der Aufbereitung und Einspeisung von Biogas in das Gasnetz aus technischer, ökonomischer und rechtlicher Sicht dar und analysieren das Biogas-Potenzial, die Biogas-Produktion sowie die Aufnahmekapazität des Erdgasnetzes.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


6. FVS fordert verbindliche Zielvorgaben und Erneuerbare-Wärmeenergie-Gesetz

Während die Stromerzeugung in Deutschland bereits zu rd. 11 % aus erneuerbaren Energien erfolgt, beträgt der Anteil bei der Wärmeerzeugung lediglich rd. 4 %. »Dies ist bei Weitem zu wenig«, lautete das übereinstimmende Urteil auf der Jahrestagung des ForschungsVerbunds Sonnenenergie am 23. September 2005 in Köln. Für eine beschleunigte Entwicklung moderner Technologien zur Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien empfiehlt der FVS eine schnellere Entwicklung des Wärmemarktes. Dazu seien verbindliche Zielvorgaben nötig, in der Mindestanteile der erneuerbaren Energien am Wärmemarkt angestrebt werden. Der FVS empfiehlt folgende Anteile aus erneuerbaren Energien als technologisch machbar und wirtschaftlich angemessen: • mindestens 5 % bis 2010, • 12 % bis 2020, • 40 % bis 2050. Wichtig für das Erreichen dieser Ziele sei die Erschließung neuer Märkte. Hierzu gehört die bisher vernachlässigte Nutzung von Solarenergie in Mehrfamilienhäusern und eine forcierte energetische Sanierung des Gebäudebestands. Für besonders wichtig hält der FVS den deutlichen Ausbau von Nahwärmenetzen. Nahwärmenetze seien für die Nutzung der Erdwärme unerlässlich und sie erweitern das energetische Anwendungspotenzial von Biomasse und Solarkollektoren in erheblichem Umfang. Der FVS empfiehlt weiter die Verabschiedung eines Erneuerbare-Wärmeenergie-Gesetzes (EWG), mit dem der zielorientierte Ausbau der erneuerbaren Energien auf eine langfristig verlässliche Grundlage gestellt wird. Das EWG soll Kosten kontinuierlich senken, Technologien vorantreiben sowie stabile und kalkulierbare Rahmenbedingungen für die Investitionen der Wirtschaft schaffen. Wichtig sei dabei, dass die Regelungen auch im Wärmebereich unabhängig von öffentlichen Haushalten sind. Das EEG bewirke eine jährliche Kostensenkung von 3 bis 5 % der Stromerzeugungskosten aus erneuerbaren Energieträgern. Eine solche Entwicklung sei auch im Wärme- und Kältebereich anzustreben, so der FVS. Ein ausführlicher Bericht über die Jahrestagung erscheint in der Ausgabe 11/2005 der Fachzeitschrift EuroHeat&Power.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


7. Veranstaltungstipps Dezember 2005

Das EEG – Umsetzung in der Praxis
Tagung
Veranstalter: Verband der Elektrizitätswirtschaft e.V (VDEW)
5.-6. Dezember 2005
Radisson SAS Hotel, Hannover

Virtuelles Kraftwerk
Seminar, Workshop
Veranstalter: Haus der Technik e.V.
7. Dezember 2005
Haus der Technik, Essen

Waste to energy
Fachmesse
Veranstalter: HVG Hanseatische Veranstaltungs- GmbH
7.-8. Dezember 2005
Bremen


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von www.nahwaerme-forum.de

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