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Newsletter vom 5. September 2005


1. Biomasse-Heizkraftwerk Ilmenau offiziell in Betrieb
2. DIW: Weitere Förderung für Erneuerbare Energien unverzichtbar
3. Über 700 Mio. EUR im KfW-Programm "Wohnraum Modernisieren" vergeben
4. Johannes van Bergen als Präsident des B.KWK bestätigt
5. Qualitätsmanagement für Holzheizwerke
6. Wirtschaftlicher Betrieb kleiner KWK-Anlagen durch ORC- Technik
7. Veranstaltungen im September


1. Biomasse-Heizkraftwerk Ilmenau offiziell in Betrieb

Ende Juli 2005 wurde im Ilmenauer Gewerbepark das Biomasse-Heizkraftwerk Ilmenau offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage wurde von der Biomasse-Heizkraftwerk Ilmenau GmbH (BHI), einer gemeinsamen Gesellschaft der Steag Saar Energie AG, Saarbrücken, und der Ilmenauer Wärmeversorgung GmbH (IWV), an der die Steag Saar Energie ebenfalls beteiligt ist, errichtet. Sieben Mitarbeiter der IWV werden in Zukunft die Anlage betreiben. Die BHI investierte rd. 15 Mio. Euro. Baubeginn war im Oktober 2003. Die Anlage besteht im Wesentlichen aus 3 Betriebseinheiten: der Biomasse-Kesselanlage (Holzlager, Feuerung, Dampferzeuger mit 46 bar/430 °C und einer Erzeugerleistung von 23,5 t/h, Rauchgasreinigungsanlage), einer Entnahme-Kondensationsturbine (elektrische Leistung 5,1 MW) zur Stromerzeugung und Wärmeauskopplung (maximal 10 MW) sowie einem Dampf/Heißwasser-Wärmeübertrager. Das Heizkraftwerk soll jährlich 31 420 MWh Strom und 67 990 MWh Wärme produzieren. Damit kann rund ein Viertel des Strombedarfs der Stadt Ilmenau bzw. die Hälfte der jähr- lichen Wärmemenge für die Fernwärmeabnehmer abgedeckt werden. Als Brennstoff wird mit rd. 41 600 t/a vorwiegend Altholz (Klassen A1 bis A3) eingesetzt, aber auch naturbelassenes Holz aus der Forstwirtschaft kann in der Anlage verwertet werden. Für die Steag Saar Energie AG ist die Anlage in Illmenau bereits die 11. in Betrieb befindliche Biomasse-Anlage. Das Unternehmen betreibt damit Biomasse-Anlagen mit einer jährlichen Verwertungskapazität von rd. 600 000 t Altholz. Biomasse-Heizkraftwerke befinden sich unter anderem in Großaitingen, Werl, Neufahrn, Neuwied, Dresden, Traunreut und Buchen. An der Anlage in Illmenau ist die Steag Saar Energie AG mit 74,9 % beteiligt. (http://www.vwew.de).
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


2. DIW: Weitere Förderung für Erneuerbare Energien unverzichtbar

Eine spezielle Förderung erneuerbarer Energien ist sowohl aus Gründen des Klimaschutzes als auch aus technologiepolitischen Gründen längerfristig unverzichtbar. Das Erneuerbare- Energien-Gesetz in der Novelle von 2004 (EEG 2004) ist dafür das geeignete Instrumentarium. Dies gilt auch dann, wenn der Emissionshandel in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Dies berichtet das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin. Wenn die gegenwärtige Förderpolitik fortgesetzt wird, könne laut DIW Deutschland den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Deutschland bis 2010 auf 12,5 % erhöhen und damit das nationale EU-Richtziel erreichen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die erneuerbaren Energien innerhalb der allgemeinen Rahmenbedingungen langfristig wettbewerbsfähig gemacht werden. Das DIW Berlin entkräftet die von verschiedenen Seiten gegen das EEG vorgebrachte Kritik. So mindere auch eine zunehmende Wirksamkeit des Emissionshandels nicht die Wirksamkeit des EEG, wenn der erhöhte Beitrag erneuerbarer Energien bei der Allokationsplanung angemessen berücksichtigt werde. Und nicht zuletzt deuten Vergleiche mit Ländern wie dem Vereinigten König-reich und Italien, wo Quotensysteme eingeführt wurden, darauf hin, dass eine Abkehr vom EEG in Deutschland zu höheren Strompreisen führen würde. In Deutschland seien die Stromverbraucher vom Jahr 2000 bis 2004 um insgesamt rd. 1,7 Mrd. Euro weniger belastet worden, als dies bei einem derartigen Quotensystem der Fall gewesen wäre. (Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


3. über 700 Mio. EUR im KfW-Programm >>Wohnraum Modernisieren<< vergeben

Die KfW Förderbank, Frankfurt (Main), hat seit 1. Januar 2005 Kredite in Höhe von über 700 Mio. Euro im KfW-Programm »Wohnraum Modernisieren« vergeben. Ingrid Matthäus-Maier, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe: »Besonders erfreulich ist die hohe Nachfrage nach Krediten für die öko-Plus-Maßnahmen Außenwanddämmung und energieeffiziente Heizungen.« Aus dem KfW-Programm »Wohnraum Modernisieren« können Modernisierer (z.B. Privatpersonen, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Gemeinden, Kreise) zinsgünstige Finanzierungsmittel für alle Modernisierungsmaßnahmen für den Wohnungsbestand erhalten. Die KfW Förderbank vergibt Darlehen zur Finanzierung von klimaschutzrelevanten Maßnahmen (öko-Plus) und allgemeinen Modernisierungsmaßnahmen (Standard). Finanziert werden bis zu 100 % der förderfähigen Kos-ten. Der Zinssatz richtet sich nach dem Anteil für öko-Plus-Maßnahmen. Je höher der Kreditanteil für öko-Plus-Maßnahmen, umso günstiger der Zins. Zu den Standard-Maßnahmen gehören u.a. Fenstererneuerung, Sanitärinstallation, Fußböden und Einbau von Standardheizungstechnik. öko-Plus-Maßnahmen sind die Dämmung der Außenwände, des Daches und der Kellerdecke sowie die Erneuerung der Heizungstechnik auf Basis erneuerbarer Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Nah-/Fernwärme. (Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


4. Johannes van Bergen als Präsident des B.KWK bestätigt

Johannes van Bergen wurde als Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK), Berlin, auf der Mitgliederversammlung Ende Juli 2005 für weitere 2 Jahre bestätigt. J. van Bergen ist hauptamtlich Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH. Als Vizepräsidenten bestätigt wurden Dr. Kristian Dorenberg, bis Ende 2003 Geschäftsführer der BVT Holding GmbH & Co. KG, München, und heute persönliches Mitglied beim B.KWK, sowie Engelbert Giesen, Geschäftsführer der BTB Blockheizkraftwerks- Träger- und Betreibergesellschaft mbH, Berlin. Anstelle von Prof. Klaus Traube, der nicht mehr für das Präsidium kandidierte, wurde Dieter Flechtner neu ins Präsidium gewählt. D. Flechtner, im Betriebsrat der Stadtwerke Duisburg AG für Energiepolitik zuständig, ist auch Sprecher des Ver.di-Arbeitskreises »kommunale Energie«. Neu gewählt wurde auch der Vorstand des B.KWK. Neu darin sind: Uwe Beyermann, Siemens AG, Vertriebsleiter RD Ost, Alfons Bröker, Stadtwerke Soest GmbH, Dr. Claus-Eric Gärtner, Geschäfdtsführer der BVT Holding GmbH & Co. KG, München, und Stephan Schwarz, Geschäftsführer Versorgung und Technik der Stadtwerke München GmbH. Prof. K. Traube, im Präsidium bisher für Energiepolitik zuständig, bleibt Mitglied des Vorstands. Er unterstützt das Präsidium weiterhin als energiepolitischer Sprecher. (Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


5. Qualitätsmanagement für Holzheizwerke

Einen wichtigen Beitrag zu einer umweltschonenden Energieversorgung leistet die Holzheizung. Um die Qualität dieser Anlagen zu erhöhen, haben Experten aus Baden-Württemberg, Bayern, österreich und der Schweiz unter der Bezeichnung »QM Holzheizwerke« gemeinsame Qualitätsstandards für größere Holzheizungsanlagen entwickelt. Damit wollen die Experten sicherstellen, dass Holzheizwerke nach einem hohen Qualitätsstandard realisiert und öffentliche Fördermittel besonders effektiv eingesetzt werden. Denn das Qualitätsmanagement (QM) soll künftig auch in die jeweiligen Förderinstrumente integriert werden. In der Schweiz hat man damit schon Erfahrungen sammeln können: Hier wurden wesentliche Teilbereiche des neuen QM-Systems im Rahmen des »Lothar«-Förderprogramms an 130 Holzenergieprojekten erfolgreich erprobt. Im Zentrum des neuen Qualitätsmanagements für Holzheizwerke stehen Planung, Bau und Betrieb von Holzheizungen zur Versorgung größerer Wärmeabnehmer mit und ohne Wärmenetz. Das QM-System bietet zahlreiche Werkzeuge für Planer und Betreiber an. Eine wichtige Rolle in dem QM-System spielt der Qualitätsbeauftragte (Q-Beauftragter). Er steht dem im Holzenergiebereich häufig unerfahrenen Bauherren als neutraler Berater zur Seite und bringt die Erkenntnisse aus einer Vielzahl an Holzenergieprojekten im In- und Ausland ein. Träger des Projekts sind das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Stuttgart, C.A.R.M.E.N. e.V. in Straubing, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in Wien/österreich und der Verein »Holzenergie Schweiz« in Zürich/Schweiz. Dipl.-Phys. Christian Leuchtweis und Dipl.-Ing (FH) Gilbert Krapf, von C.A.R.M.E.N. e.V., Straubing, beschreiben in einem Fachbeitrag in der EuroHeat&Power 9/2005 die wesentlichen Inhalte des Systems »QM-Holzheizwerke« und stellen die ersten Erfahrungen dar. (Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power 7-8/2005)


6. Wirtschaftlicher Betrieb kleiner KWK-Anlagen durch ORC- Technik

Für die Erzeugung von Strom und Wärme aus fester Biomasse werden heute im Wesentlichen Dampfturbinenaggregate mit konventionellem Dampfkreislauf eingesetzt. Aufgrund der hohen Drücke und Temperaturen in diesen Anlagen ist der Aufwand für den Bau und Betrieb von Dampfkraftanlagen relativ hoch. Insbesondere bei kleinen Anlagen ist dadurch ein wirtschaftlicher Betrieb oft nicht möglich. Hier bietet der Einsatz der ORC-Technik erhebliche Vorteile. Hartmut Kiehne von dem ORC-Anlagenhersteller Adoratec GmbH stellt in einem Fachbeitrag in der EuroHeat&Power 9/2005 die wesentlichen Vorteile und die neusten Entwicklungen bei der ORC-Technik dar.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power 7-8/2005)


7. Veranstaltungen im September

Fernwärmehaustechnik – Innovationen – Erfahrungsaustausch – Kundenbindung
Veranstalter: AGFW
7. - 9. September 2005
Deidesheim

Internationale Grubengastage
Veranstalter: Deutsche Montan Technologie GmbH in Kooperation mit Fraunhofer UMSICHT
15. – 16. September 2005
Ruhrcongress Bochum

Holzenergie 2005
Veranstalter: erneuerbare energien
22.-25. September 2005
Augsburg

Mantelrohre im Fernwärmeleitungsbau
Veranstalter: AGFW
27.-28. September
Dresden


Mit freundlichen Grüßen Ihr Team von
www.nahwaerme-forum.de

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