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News des Monats Dezember 2006

1. Nahwärmeversorgung mit Biomasseheizwerk in Reit im Winkl
2. Kostenlose Planungshilfe Biogas
3. Biogaseinspeisung in Erdgasnetze steigt
4. Thermische Verwertung von Klärschlamm in Kombianlage
5. Erste Bohrung für Geothermieprojekt Basel abgeschlossen
6. Ein Jahr Betriebserfahrungen mit ORC-Prozess im Holzheizkraftwerk Oerlinghausen
7. Veranstaltungstipps Dezember 2006 / Januar 2007


1. Nahwärmeversorgung mit Biomasseheizwerk in Reit im Winkl

In Reit im Winkl wird seit dem Jahr 2000 eine Nahwärmeversorgung mit Biomasseheizwerk errichtet. Kontinuierlich soll dabei eine flächendeckende Versorgung des Ortes über das Nahwärmesystem erfolgen. In einem Fachartikel in der EuroHeat&Power 12/2006 werden die wesentlichen Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Realisierung dieses Systems dargestellt. Von entscheidender Bedeutung war dabei unter anderem die aktive Einbindung der Bevölkerung – der Wärmekunden – in die Projektgesellschaft.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


2. Kostenlose Planungshilfe Biogas

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL), Darmstadt, hat einen »Wirtschaftlichkeitsrechner Biogas« entwickelt. Dieser unterstützt Investoren, Planer und Berater bei der Vorplanung einer Biogasanlage und steht unter www.ktbl.de kostenlos zur Verfügung. Der »Wirtschaftlichkeitsrechner Biogas« kalkuliert Investitions- und Betriebskosten und mögliche Erträge unterschiedlicher Anlagenkonzepte unter Berücksichtigung der in Frage kommenden Substrate. Daraus leitet das Programm die Erfolgschancen der geplanten Anlage ab. Somit kann die grundsätzliche ökonomische Machbarkeit eines Projektes abgeklärt werden.
Weiterhin stellt KTBL den »Kostenrechner Energiepflanzen« kostenlos zur Verfügung. In diesem sind die Arbeitsverfahren zur Produktion von Energiepflanzen bis zur Bereitstellung an der Verwertungsanlage dargestellt. Enthalten sind Daten zu Aufbau, Ernte, Lagerung, Transport und Vorlage an der Verwertungsanlage. Für verschiedene Ertragsniveaus, Schlaggrößen und Anbauverfahren sind Leistungs-Kostenrechnungen abrufbar. Die Leistungen beziehen sich dabei auf Natural- und Energieerträge.
Der »Kostenrechner Energiepflanzen« ist ein ergänzendes Angebot zur »Datensammlung Energiepflanzen«, die in gedruckter Form beim KTBL zu beziehen ist. Mit dieser Datensammlung steht Betreibern von Biogasanlagen ein weiteres Hilfsmittel zur Verfügung, um Alternativen beim Anbau von Nawaro-Substraten auszuloten. Sie berücksichtigt sowohl bekannte als auch in der Praxis bisher kaum verbreitete Kulturen, für die erst wenige Anbauerfahrungen vorliegen, die aber ein großes Potenzial für die Bioenergieerzeugung bergen. In exemplarischen Kosten- und Leistungsrechnungen wurden Natural- und nutzungsspezifische Energieerträge kalkuliert (z.B. Methan- und Ethanolerträge).
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


3. Biogaseinspeisung in Erdgasnetze steigt

Laut Angaben der DVGW Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V., Bonn, sind zurzeit in Deutschland 14 Projekte bekannt, bei denen unter Beteiligung, oft auch auf Initiative von Gasversorgungsunternehmen, Biogasanlagen in Bau oder zumindest konkret geplant sind. Deren Produkt Biogas soll zu einem dem Erdgas in der Beschaffenheit vergleichbaren Biomethan aufbereitet und anschließend in eine Erdgasleitung in der Nähe der Erzeugeranlage eingespeist werden. In manchen Fällen komme es zu Verzögerungen durch Anpassungsprobleme zwischen dem Grundgas in der Leitung und dem Biogas, so der DVGW. Ein Grund sei häufig, dass Biogas als einzigen Kohlenwasserstoff Methan enthält, während einige Erdgase neben Methan auch bis zu rd. 10 % Ethan und Propan enthalten. Deshalb könne selbst durch sorgfältigste Aufbereitung, die im Allgemeinen aus Entschwefelung, Kohlenstoffdioxidabtrennung und Trocknung des Roh-Biogases besteht, ein fermentativ erzeugtes Biomethan nicht den Brennwert solcher Erdgase erreichen, ohne dass entsprechend andere Kohlenwasserstoffe zugemischt würden. Aus technischer Sicht sei, obwohl in den Grundzügen durch das DVGW-Regelwerk geregelt, ohne ausreichende Erfahrung eine genaue Betrachtung jeder möglichen Einspeisung notwendig, da neben den Ansprüchen an Druckstufe und Beschaffenheit auch Netzkapazität, zeitlicher Verlauf der Gasabnahme aus dem Netz und beispielsweise das Vorhandensein industrieller Sonderkunden zu berücksichtigen sei.
Der DVGW wird daher das Angebot eines Mitgliedunternehmens annehmen, und sich fachlich an der von ihm geplanten Anlage mit Biogaseinspeisung beteiligen. Erfahrungen daraus sollen in das DVGW-Regelwerk einfließen.
Ein weiterer Aspekt, der aus Sicht des DVGW zu bedenken ist, betrifft mögliche Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung, da der Anbau von »Energiepflanzen« auf Brachflächen und der Austrag der Gülle aus den Biogasfermentern auf landwirtschaftlich genutzte Flächen den Schadstoffeintrag in das Grundwasser erhöhen kann.
Der DVGW hat national sowie im europäischen Rahmen dazu beigetragen, dass die Nutzung von Biogas technisch sicher machbar ist. Das DVGW-Arbeitsblatt G 262 beinhaltet die Rahmenbedingungen zur energetischen Nutzung von Bio-, Klär- und Deponiegasen sowie die Anforderungen, die insbesondere bei einer Übernahme dieser Gase in die Gasversorgung zu beachten sind.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


4. Thermische Verwertung von Klärschlamm in Kombianlage

Im Jahr 2004 war die Stadtwerke Crailsheim GmbH mit ihrer Idee, die Klärschlammproblematik auf regionaler Ebene selbst zu lösen, erstmals an die Öffentlichkeit gegangen. Ende September 2006 erfolgte schließlich der Spatenstich für eine Kombinationsanlage aus einem Biomasse-Heizkraftwerk und einer thermischen Mineralisierungsanlage. Gebaut und betrieben wird die rd. 31 Mio. Euro teure Anlage von der Klärschlammverwertungs GmbH (KSV), an der 25 baden-württembergische und bayerische Kommunen direkt beteiligt sind.
In dem Biomasse-Heizkraftwerk mit einer Gesamtleistung von 9 MW wird jährlich 72 Mio. kWh Strom erzeugt. Mit der Abwärme wird der auf den kommunalen Kläranlagen mechanisch entwässerte Schlamm getrocknet – von einem Wassergehalt von 70 % auf wenigstens 90 % Trockenmasse. Mit der Abwärme des Kraftwerks wird außerdem das Gewerbe- und Industriegebiet Waldeck über ein Fernwärmenetz mit Wärme versorgt.
Bei der thermischen Mineralisierung entsteht in einem Drehtrommel-Reaktor Schwelgas, das den Klärschlamm thermisch zersetzt. In den nachgeschalteten Anlageteilen wird das Schwelgas aufbereitet und größtenteils als Heizgas für die Verschwelungsanlage, aber auch zur Stromerzeugung genutzt. Zur thermischen Behandlung des Klärschlamms wird kein Sauerstoff verwendet. Somit findet keine Verbrennung statt. Vielmehr werden in dem 500 °C heißen Reaktor das Schwelgas und Granulat erzeugt. Dieses Granulat kann als Zuschlagstoff für die Baustoffindustrie verwendet oder als reaktionsunfähiges (inertes) Produkt deponiert werden.
Anfang 2008 soll der erste Klärschlamm in der Anlage thermisch behandelt werden. Inbetriebnahme des Biomasse-Heizkraftwerkes soll in 2007 erfolgen.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


5. Erste Bohrung für Geothermieprojekt Basel abgeschlossen

Im Mai 2006 wurde mit der ersten Bohrung für das Geothermiekraftwerk Basel begonnen. Nachdem im Oktober 2006 die Endtiefe in 5 009 m erreicht wurde, konnten im November 2006 die Arbeiten mit der Auskleidung der Bohrung mit Stahlrohren bis in eine Tiefe von 4 700 m und deren Zementation erfolgreich abgeschlossen werden.
Nachdem bereits bei ersten Messungen Temperaturen bis 200 °C festgestellt wurden, haben die weiteren Bohrlochvermessungen ebenfalls zuversichtliche Informationen geliefert. So konnten mehrere Kluftzonen identifiziert werden, die sich für eine Wasserzirkulation eignen könnten.
Am 1. Dezember 2006 begannen die Einpressversuche von Wasser in das fertiggestellte Bohrloch, um in 5 km Tiefe die bereits vorhandenen Klüfte zu öffnen, durchlässig zu machen und damit ein Wärmereservoir zu erschließen. Mit den Wasserinjektionen sollen vorhandene, feine Risse im Gestein aufgebrochen und ein System durchlässiger Klüfte geschaffen werden, in denen künftig das Wasser zirkulieren soll. Das »Knacken« der sich öffnenden Klüfte wird mit Erschütterungsmessgeräten (Geophone) in 6 Horchbohrungen aufgezeichnet, um die Richtung und Ausdehnung des Kluftsystems zu orten. Die Messgeräte befinden sich in Tiefen von bis zu 2 750 m, um gegen Erschütterungen durch Bahn- und Straßenverkehr geschützt zu sein.
Unter der Voraussetzung, dass die Einpressversuche erfolgreich verlaufen, wird noch im Jahr 2006 mit der zweiten Tiefbohrung begonnen. Sie wird vom gleichen Standort unmittelbar neben der ersten Bohrung abgeteuft.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


6. Ein Jahr Betriebserfahrungen mit ORC-Prozess im Holzheizkraftwerk Oerlinghausen

Seit dem 8. Dezember 2005 liefert eine ORC-Anlage in Oerlinghausen Strom und Wärme aus Holz in die örtlichen Verteilnetze der Stadtwerke. Trotz der komplexen Technologie hat die Anlage eine hohe Verfügbarkeit im Verbund mit den restlichen Anlagen vor Ort.
Die Betriebserfahrungen mit dieser in Deutschland immer noch seltenen Technologie sowie das Funktionsprinzip des ORC-Prozesses werden in einem Fachartikel in der EuroHeat&Power 12/2006 dargestellt.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


7. Veranstaltungstipps Dezember 2006 / Januar 2007

Der Gebäudeenergieausweis – Chance für fortschrittliche Energiedienstleistungen
Veranstalter: VWEW Energieverlag GmbH
13.12.2006
Frankfurt
www.vwew.de

Trockenvergärung von nachwachsenden Rohstoffen - Fachveranstaltung und Anlagenbesichtigung
Veranstalter: Organic Waste Systems
14.12.2006
Bassum-Neubruchhausen
www.ows.be

Praxisforum Holzpellets – Heizung, Technologien, Entwicklungen, Praxiserfahrungen
Veranstalter: BHKW Consult
18.01.2007
Nürnberg/Fürth
www.bhkw-consult.de

Jahrestagung Fachverband Biogas
Veranstalter: Fachverbach Biogas
31.01.-02.02.2007
Leipzig
www.biogas.org


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von www.nahwaerme-forum.de

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