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News des Monats Dezember 2004 / 2

1. Brennstoffzellen-Kraftwerke: Zwischen Euphorie und Ernüchterung
2. B.KWK fordert Anpassung des KWK-Gesetzes
3. Erster Projektabschnitt für solare Nahwärmeversorgung in Crailsheim abgeschlossen
4. Sonderschau »Contracting« auf der Hannover Messe 2005
5. Veranstaltungstipps Januar 2005

1. Brennstoffzellen-Kraftwerke: Zwischen Euphorie und Ernüchterung

In einem Positionspapier zu Chancen und Hemmnissen von stationären Brennstoffzellen warnen die Autoren Martin Pehnt, Wissenschaftler am IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung, und Klaus Traube, Vizepräsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), vor überzogenen Erwartungen an die Brennstoffzelle. Dies könne sich energiepolitisch kontraproduktiv auswirken. Denn trotz der Vorteile der Brennstoffzelle werde sie auch in diesem Jahrzehnt keine nennenswerte Rolle im Energiemarkt spielen. Dies liegt vor allen Dingen an der noch mangelhaften technischen Reife der Systeme und an den hohen Investitionskosten. Fatal wäre es aus Sicht der Autoren jedoch, wenn das Warten auf die Brennstoffzelle die Installation anderer KWK-Anlagen behindern würde. Motorische Blockheizkraftwerke, Gasturbinen und neuerdings auch Stirling-Motoren stehen bereits heute für unterschiedliche Anwendung zur Verfügung. »Die Brennstoffzelle ist daher keine Alternative zur Kraft-Wärme-Kopplun! g, sondern sie ist eine attraktive Alternative unter mehreren Möglichkeiten von Kraft-Wärme-Kopplung – wenn die Hausaufgaben der Kostensenkung gemacht werden«, betont Martin Pehnt. KWK-Technologien können jedoch schon heute infrastrukturelle Voraussetzungen wie Nahwärmenetze schaffen, die später auch Brennstoffzellen zugute kommen könnten. »Dazu müssen wir günstige politische Rahmenbedingungen für KWK insgesamt schaffen und das KWK-Gesetz novellieren«, fordert Klaus Traube. Dann sollte es gelingen, die Begeisterung für Brennstoffzellen umzumünzen in eine Begeisterung für Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologien insgesamt, unter denen die Brennstoffzelle einen gebührenden Platz einnehmen kann. Eine ausführliche Zusammenfassung des Positionspapiers wird in der Fachzeitschrift EuroHeat&Power 1-2/2005 veröffentlicht.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


2. B.KWK fordert Anpassung des KWK-Gesetzes

Das von der Bundesregierung im Jahr 2002 beschlossene Gesetz zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) wird laut B.KWK seine Ziele verfehlen. »Nach allen vorliegenden Analysen ist absehbar, dass das Gesetz und die zusätzlich von der Industrie versprochenen freiwilligen Maßnahmen die geplanten 23 Mio. t jährlicher CO2-Einsparung bei weitem nicht erreichen«, beschreibt Johannes van Bergen, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), die Situation (Siehe auch Umfrage des VKU in EuroHeat&Power 12/2004). Um den KWK-Ausbau wieder zu forcieren, schlägt der B.KWK folgende Maßnahmen vor: - Die Förderung der KWK-Bestandsanlagen und der bis Ende 2005 modernisierten oder neu installierten Anlagen läuft wie im KWKG vorgesehen aus. Eine Sonderregelung muss es allerdings für die Heizkraftwerke in den neuen Bundesländern geben.
- Neue KWK-Anlagen oder modernisierte Anlagen, die ab dem 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2010 in Betrieb gehen, erhalten in Fortschreibung der Bonusregelung aus dem KWKG für 6 Jahre oder alternativ 30 000 Vollbenutzungsstunden ab Inbetriebnahme einen Bonus von 1,5 Cent/kWh erzeugten KWK-Strom. Für kleine KWK-Anlagen mit elektrischer Leistung bis 2 MW sollte es in diesem Zeitraum einen Bonus von 1,9 Cent/kWh geben.
- Die Förderung der Brennstoffzellen bleibt wie im KWKG vorgesehen (bei Inbetriebnahme bis 31.12.2010 erhalten sie einen Bonus von 5,11 Cent/kWh für 10 Jahre ab Inbetriebnahme). Dies soll künftig auch für andere KWK-Kleinstanlagen bis 50 kW elektrischer Leistung gelten.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


3. Erster Projektabschnitt für solare Nahwärmeversorgung in Crailsheim abgeschlossen

Mit der Inbetriebnahme der Solarzentrale wurde Anfang Dezember 2004 der erste Projektabschnitt für die größte solare Nahwärmeversorgung in Deutschland abgeschlossen. Dieser Abschnitt beinhaltet die Errichtung des ersten Kollektorteilfeldes, die Aufstellung des 100 000 l fassenden Pufferspeichers und die Verlegung des rd. 10 km langen Nahwärmenetzes im Neubaugebiet Hiertenwiesen II. Im Endausbau im Jahr 2009 wird die von der Stadtwerke Crailsheim GmbH betriebene Anlage mit einer Kollektorfläche von insgesamt 10 000 m2 rd. 2000 Einwohner mit Wärme versorgen. Der solare Deckungsanteil soll dabei rd. 50 % betragen. Als nächster Schritt ist für 2005 und 2006 die erste Ausbaustufe geplant, innerhalb die Montage des ersten Kollektorteilfeldes auf einem Lärmschutzwall (im Endausbau 7 500 m2), die Errichtung der restlichen Kollektorfelder auf den Gebäuden und der Bau des ersten Abschnittes des Erdsonden-Langzeit-Wärmespeichers (im Endausbau rd. 20 000 m3) stattfinden soll. Der Ku! rzzeit-Wärmespeicher wurde erstmals als Kombination von Betonringen und einer Edelstahlauskleidung realisiert, sodass Wasser bis zu einer Temperatur von rd. 108 °C bei einem Druck von 3 bar gespeichert werden kann. Eine ausführlicher Bericht über das Gesamtprojekt erscheint in der Fachzeitschrift EuroHeat&Power 1-2/2005.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


4. Sonderschau »Contracting« auf der Hannover Messe 2005

Auf der Energy, der internationalen Leitmesse für Energietechnik, erneuerbare Energien und Energiewirtschaft innerhalb der Hannover Messe 2005 (11. bis 15. April 2005) wird erstmals in Zusammenarbeit mit dem Contracting Forum des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V., Frankfurt am Main) eine Sonderschau unter dem Titel »Contracting Forum« durchgeführt. »Wir wollen eine zentrale und zugleich neutrale Informationsplattform für exemplarische Energielösungen mit Praxisbezug schaffen«, betont Peter Rippen, Geschäftsbereichsleiter Hannover Messe bei der Deutschen Messe AG. Im Contracting Forum des ZVEI haben sich seit Oktober 2003 rd. 20 Contractoren zusammengefunden, um »den Contracting-Gedanken marktfähig zu machen«, beschreibt Helmut Kusterer, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, die wesentlichen Aufgaben des Forums. Contracting ist dabei nicht nur »ein Lösungsweg für die Großindustrie, sondern auch für kleine und mittlere Unternehmen«, betont Dr. ! Ulrich Kaier von der Steag Energie-Contracting GmbH. Die Anzahl der möglichen Standorte in Deutschland in diesem Bereich beziffert Dr. U. Kaier auf rd. 5000 und schätzt, dass an jedem dieser Standorte eine Effizienzsteigerung bei der Energieversorgung um mindestens 10 % realisierbar ist. »Dadurch steht ein gigantisches Effizienzpotenzial in diesem Industriebereich zur Verfügung«, so Dr. U. Kaier.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)


5. Veranstaltungstipps Januar 2005

Die Bedeutung des Emissionshandels für
die Entwicklung der regenerativen Energiebranche
Veranstalter: Bundesverband WindEnergie
21. Januar 2005
Berlin

Clean Energy Power 2005
Veranstalter: erneuerbare energien
Kommunikations- und Informationsservice GmbH
26. – 28. Januar 2005
Berlin

Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2005
Veranstalter: Österreichischer Biomasse-Verband
26. – 29. Januar 2005
Graz (A)

Weitere Veranstaltungstermine finden Sie unter http://www.nahwaerme-forum.de/news/veranstaltungen.html


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von www.nahwaerme-forum.de

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