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Newsletter vom 24. Juni 2005


1. Biomassenutzung in Heizkraftwerken und landwirtschaftlichen Biogasanlagen
2. Steigende Vertrags- und Umsatzzahlen bei VfW-Mitgliedern
3. Schweizer Bundesrat konkretisiert Einführung der CO2-Abgabe
4. Emissionshandel: Bereits über 8 Millionen Emissionsberechtigungen transferiert
5. Contracting für Bundesliegenschaften
6. Veranstaltungstipps Juli 2005


1. Biomassenutzung in Heizkraftwerken und landwirtschaftlichen Biogasanlagen

Seit der Novellierung des Erneuerbaren Energien-Gesetzes (EEG) am 1. August 2004 ist die Nutzung von Biomasse für die Land- und Forstwirtschaft nicht nur ein wichtiger, sondern auch ein wirtschaftlich hoch interessanter Teilaspekt für die künftige Strom- und Wärmeversorgung. Die Nachfrage nach Biogasanlagen hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Im Mittelpunkt der VWEW-Fachtagung »Biomassenutzung in Heizkraftwerken und landwirtschaftlichen Biogasanlagen«, die am 14. September 2005 in Kassel stattfindet, stehen Marktpotenziale und technisches Know-how, Biomasse als Brennstoff in dezentralen Heizkraftwerken zu nutzen oder als Biogas in das Gasnetz einzuspeisen. Behandelt werden aber auch spezielle Rechtsfragen des EEG zum Netzanschluss und der Vergütungseinstufung. Die VWEW-Fachtagung richtet sich vor allem an Praktiker in EVU aus den Bereichen Netz, Vertrieb, Recht und Energiepolitik sowie Hersteller und potenzielle Betreiber von Biomasseanlagen aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich. Das ausführliche Programm und Anmeldeformular kann beim VWEW Energieverlag angefordert werden (http://www.vwew.de).
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)

2. Steigende Vertrags- und Umsatzzahlen bei VfW-Mitgliedern

Die jährliche Mitgliederbefragung des Verbandes für Wärmelieferung e.V. ergab für das Jahr 2004 ein solides Wachstum der Vertrags- und Umsatzzahlen. Die Anzahl der abgeschlossenen Energielieferverträge betrug 20700, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von über 14 % bedeutet. Der Umsatz stieg im Durchschnitt um 14,5 %. Daraus resultierend erzielten die Verbandsmitglieder im Jahr 2004 einen Umsatz von 908 Mio. € aus Contractingmaßnahmen. Die Energieeinsparung wird auf 2370 GWh prognostiziert, sodass durch Energieeffizienzmaßnahmen seitens der VfW-Mitglieder über 540000 t CO2 eingespart werden konnten. Besonders erfreulich zeigte sich die Beschäftigungsentwicklung, die im Vergleich zum Vorjahr wieder anstieg. 450 neue Arbeitsplätze im Contractingbereich wurden dem VfW von den Mitgliedern gemeldet. Die Befragung nach den durchgeführten Contractingvarianten ergab im Vergleich zum Vorjahr nur leichte änderungen. Das Energieliefer-Contracting ist mit 82 % (2003: 87%) weiterhin die am meisten realisierte Variante. An zweiter Stelle folgt das Einspar-Contracting mit 8% (2003: 4%), gefolgt vom Finanzierungs-Contracting mit 6% (2003: 7%) und dem technische Anlagenmanagment mit 4% (2003: 2%).
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)

3. Schweizer Bundesrat konkretisiert

Einführung der CO2-Abgabe Der Schweizer Bundesrat hat zwei Verordnungen verabschiedet, welche die Einführung der CO2-Abgabe auf Brennstoffe und die Anrechnung von Emissionsverminderungen im Ausland regeln. Das CO2-Gesetz verlangt, dass die CO2-Emissionen von fossilen Energien bis ins Jahr 2010 um 10 % gesenkt werden. Modellrechnungen zufolge gehen durch die freiwilligen Anstrengungen bei den Brennstoffen die Emissionen bis zum Jahr 2010 um 11,4 % zurück. Bei den Treibstoffen hingegen steigen sie um 7,9 %. Um das Gesamtreduktionsziel des CO2-Gesetzes von 10 % zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen um weitere 2,9 Mio. t gesenkt werden. Zur Schließung dieser Ziellücke hatte der Bundesrat im März 2005 weitere Reduktionsmaßnahmen beschlossen. Er will eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe einführen und gibt dem von der Erdölwirtschaft auf privatwirtschaftlicher Basis erhobenen Klimarappen auf Treibstoffen eine befristete Chance bis Ende 2007. Die jetzt beschlossene Verordnung des Bundesrates über die CO2-Abgabe (CO2-Verordnung) legt den Abgabesatz und Abgabeobjekt fest und regelt die Erhebung, Befreiung und Rückverteilung der Abgabe. Die Verordnung über die Anrechnung der im Ausland erzielten Emissionsverminderungen (CO2-Anrechnungsverordnung) legt den Umfang und die Qualität der anrechenbaren ausländischen CO2-Zertifikate fest. Zusammen mit diesen Rechtserlassen hat der Bundesrat eine Botschaft ans Parlament verabschiedet. Damit beantragt er, den Abgabesatz von 35 CHF pro Tonne CO2 zu genehmigen. Mit diesem Abgabesatz können die Emissionen bis zum Jahr 2010 um weitere 0,7 Mio. Tonnen CO2 reduziert werden. Unternehmen können sich zur Wahrung ihrer Wettbewerbsfähigkeit von der Abgabe befreien, wenn sie sich gegenüber dem Bund zur CO2-Reduktion verpflichten. über 300 Unternehmen haben bereits Reduktionsziele vereinbart, die sie zur Abgabebefreiung und zur Teilnahme am Emissionshandel berechtigen. Unternehmen mit Verpflichtung erhalten im Umfang ihres Begrenzungsziels Emissionsrechte zugeteilt. Unterschreiten sie ihre Reduktionsvorgaben, dürfen sie überzählige Emissionsrechte verkaufen. übersteigen ihre CO2-Emissionen das Verpflichtungsziel, müssen sie die fehlenden Gutschriften erwerben. Der Zusammenschluss mit dem EU-Handelssystem ist geplant und wird den Handlungsspielraum der Unternehmen für den Verkauf und für den Kauf von Gutschriften vergrößern.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)

4. Emissionshandel: Bereits über 8 Millionen Emissionsberechtigungen transferiert

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) hat die 495 Mio. Emissionsberechtigungen für das Jahr 2005 nahezu vollständig ausgegeben. Von diesen Berechtigungen sind in Deutschland seit März 2005 bereits über 8 Mio. gehandelt worden. Auch das Zusammenspiel zwischen dem deutschen Register und dem europäischen Zentralregister CITL (Community Independent Transaction Log) in Brüssel sowie den anderen 6 Mitgliedstaaten, deren Register online sind, funktioniere laut DEHSt reibungslos. »Damit ist unter Beweis gestellt, dass der EU-Emissionshandel voll funktionsfähig ist. Die Unternehmen sollten jetzt die neue Flexibilität zum Umweltschutz und die Chancen beim Kohlendioxid-Handel nutzen,« sagt Professor Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. Bisher sind 7 der 25 nationalen Register der EU-Mitgliedstaaten im Einsatz und durch das Zentralregister verbunden. Jede nationale und internationale Transaktion in der EU wird darin überprüft und bestätigt. Zu den 7 freigeschalteten Registern gehören auch die zweier weiterer »großer« Teilnehmer am Emissionshandel mit hohen Gesamtemissionen: Großbritannien und Frankreich haben, obwohl die Ausgabe der Emissionsberechtigungen an die Anlagenbetreiber dort noch nicht abgeschlossen ist, den Handel bereits freigegeben. Nur für wenige der 1 849 Anlagen in Deutschland konnte im nationalen Emissionshandelsregister bisher kein Anlagenkonto eröffnet werden. Entweder haben in diesen Fällen Anlagenbetreiber die erforderlichen Unterlagen noch nicht abgegeben oder die Anlagen fallen nicht oder nicht mehr unter die Emissionshandelspflichtigkeit. Zudem hat die DEHSt bereits mehr als 70 Personenkonten eingerichtet, rd. 30 weitere sind beantragt. Diese Personenkonten nutzen vor allem nationale und internationale Händler von Emissionsberechtigungen.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power)

5. Contracting für Bundesliegenschaften

Die Bundesregierung hat als integralen Bestandteil ihrer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Pilotprojekt »Energieeffizienz-Contracting in den Liegenschaften des Bundes« beschlossen. Projektziel ist, möglichst viele Bundesliegenschaften für Contracting-Projekte in Form öffentlich-privater Partnerschaften (PPP Public Private Partnership) auszuschreiben. Mit der Durchführung und Steuerung des Pilotprojekts Contracting wurde die dena von der Bundesregierung beauftragt. Das Projekt ist mit einer mehrjährigen Laufzeit im Herbst 2002 gestartet. Bisher erfolgte die Ausschreibung für 17 Projekte mit insgesamt 34 Liegenschaften. Bei erfolgreicher Umsetzung dieser Projekte können die bisherigen Energiekosten der 34 Bundesliegenschaften voraussichtlich um insgesamt 2,8 Mio. € pro Jahr reduziert werden. Die sofortige Haushaltsentlastung des Bundes beträgt insgesamt 590 000 € pro Jahr. Um diese Ziele zu erreichen, werden durch die Contractoren insgesamt rd. 12,3 Mio. € in energiesparende Maßnahmen investiert. Durch die Energiesparmaßnahmen können die energiebedingten CO2-Emissionen um rd. 15400 t pro Jahr reduziert werden. Damit ist das Potenzial für Contracting in Bundesliegenschaften jedoch bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. So sollen in den kommenden Monaten weitere Bundesliegenschaften verbindlich für eine Projektteilnahme gewonnen werden. Die Projekterfahrungen und die künftigen Ziele stellt Frank Rotter, Projektleiter Contracting bei der dena, in einem ausführlichen Fachbeitrag in der EuroHeat&Power 7-8/2005 dar.
(Quelle: Fachzeitschrift EuroHeat&Power 7-8/2005)

6. Veranstaltungstipps

Juli 2005 13. C.A.R.M.E.N.-Symposium „Im Kreislauf der Natur – Naturstoffe für die moderne Gesellschaft“ – Biomasse und Sonne – Bauen, Heizen, Einspeisen Veranstalter: C.A.R.M.E.N. e.V. 04. - 05. Juli 2005 Straubing Emissionshandel aktuell Veranstalter: Management Circle AG 12. Juli 2005 Köln Energetische Gebäudesanierung Veranstalter: IFBau e.V. 22. – 23. Juli 2005 Stuttgart

Mit freundlichen Grüßen Ihr Team von
www.nahwaerme-forum.de

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